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"Ewaabai"
- eine
neue Kolumne "zwischen Lassi und Räucherstäbchen"
Heute:
Namasté, die Ankunft (2)
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unzähligen Gedanken im Flugzeug, was Eva in
Indien erwarten würde, landet sie schließlich in
einem Land, das sie so nur klischeebehaftet aus
Büchern, Fernsehen kennt. Foto: Truninger |
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Wie lange sie wohl bereits auf ihrem Rollkoffer
saß und wartete? Eva hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Sie
saß einfach nur da und staunte über das Gewirr an chaotisch geparkten Autos und dreirädrigen Rikschas auf dem Parkplatz des Indira Gandhi International
Airports. Die Mittagssonne brannte bereits erbarmungslos auf sie nieder. Eva versuchte mit einer energischen Handbewegung eine lästige Fliege zu verscheuchen, als sich ein
groß gewachsener Inder mit einem blauen Turban zu ihr hinunter beugte: "Are you Miss Eve?", fragte der Mann freundlich und blickte sie aus
großen, gütigen Augen an. Eva sprang sofort auf, außer sich vor Wut. "Ich wusste nicht, ob Sie überhaupt noch kommen!", rief Eva zornig aus und wusste nicht, ob sie dem Mann Schimpf und Schande sagen, ihn stürmisch umarmen oder auf der Stelle hemmungslos in Tränen ausbrechen sollte. Der Mann schien ihr Aufgewühltsein bemerkt zu haben und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. "Mein Name ist Singh. Ich werde für die Zeit ihres Aufenthalts in unserem Land ihr Fahrer sein", sagte er in tadellosem Englisch. Zum ersten Mal seit ihrer Ankunft in Delhi atmete Eva erleichtert auf.
Der Einreisestempel auf Pass und Visum war noch nicht getrocknet, als Eva bereits von Dutzenden von Männern umringt gewesen war. Sie versuchte sich mit ihrem Gepäck einen Weg durch die Menge zu bahnen, wurde jedoch immer wieder von aufdringlichen Taxifahrern aufgehalten. "Mam, sie müssen sicherlich in die Stadt, Mam, bitte warten Sie." Eva wusste nicht mehr, wo ihr der Kopf stand und wiederholte genervt, dass sie abgeholt werden sollte. Ein junger Mann, eigentlich noch ein Junge, tauchte plötzlich mitten im Gewühl auf und versuchte ihr klar zu machen, dass ihr Fahrer sich etwas verspäten würde. Sie solle es sich doch dort drüben neben der Taxi-Tafel bequem machen. Eva hatte keine Ahnung, ob sie diesem Jungen vertrauen konnte. Aber hatte sie eine andere Wahl? Wenigstens schien der neue Beschützer ihr die aufdringlichen Taxi- und Rikschafahrer vom Leib zu halten. Auf ihrem Köfferchen sitzend, konnte sie etwas zur Ruhe kommen und die neue Umgebung auf sich wirken lassen. "Sie haben viel Gepäck", meinte ihr Beschützer, der nicht mehr von ihrer Seite wich. "Bleiben Sie für länger?", fragte er in unsicherem Englisch. Der Junge schien etwas verlegen zu sein. "Ich hoffe nicht", sagte Eva mit einem gequälten Gesichtsaudruck. Der Junge lachte nur.
"Sie werden sich daran gewöhnen", meinte Mister Singh, der seelenruhig am Steuer seines Wagens
saß und sich einen Weg durch den chaotischen Linksverkehr bahnte. Eva hatte sich gerade über die aufdringlichen Taxifahrer beschwert. Dank Mister Singhs sanftmütiger Art legte sich Evas Zorn schnell. Sie fasste Vertrauen zum Mann mit dem blauen Turban. "Sie haben einen schicken Wagen", meinte Eva anerkennend. Das Kompliment verfehlte seine Wirkung nicht. "Vielen Dank, ich pflege ihn auch mit äußerster Sorgfalt." Erst auf den zweiten Blick hatte Eva in der Kleidung von Mister Singh eine Arbeitsuniform erkannt. Dass sie einen Fahrer zur Verfügung gestellt bekommen würde, hatte sie nicht gewusst. "In welchem Gebiet werden sie hier arbeiten?", wollte Mister Singh wissen. "Ich arbeite mit Büchern", antwortete Eva. "Bücher?", rief Mister Singh aus und seine Augen begannen zu leuchten. "Ich liebe Bücher!" Die beiden tauschten ein Lächeln. In diesem Moment wusste Eva, dass das der Beginn einer
großen Freundschaft war. "Es sind 14 Meilen bis zum Stadtzentrum. Machen Sie es sich bequem" meinte Singh wohlwollend. Eva lehnte sich entspannt zurück.
Bisher
erschienen:
Teil
1: "Eva im Flugzeug
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