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Aktivistin Arundhati Roy ruft zum Widerstand im Irak auf
Die Schriftstellerin und Aktivistin wird in Bombay begeistert gefeiert.

von Elvira Treffinger (epd)

Bombay - Sie spricht vor 100 Zuhörern und vor Zehntausenden. Streitbar und nachdenklich, feminin und feministisch - Arundhati Roy ist alles in einem. Auf dem Weltsozialforum in Bombay ist der indischen Autorin und Aktivistin Beifall sicher. Vor allem, wenn sie den "neuen Imperialismus" von US-Präsident George W. Bush verdammt. "Wenn wir wirklich gegen Neoliberalismus und Imperialismus sind, müssen wir den Widerstand im Irak nicht nur unterstützen, sondern selbst zum irakischen Widerstand werden", rief Roy in Bombay. Sie will, dass Gegner der Globalisierung zwei US-amerikanische Konzerne "schließen", die vom Krieg profitierten.

Ein Aufruf zur Gewalt? Das Weltsozialforum bekennt sich in seinen Prinzipien zu Offenheit, Toleranz und Gewaltfreiheit. Roy trat jedoch auch bei der marxistischen Gegenveranstaltung "Mumbai Resistance 2004" (Bombay Widerstand 2004) auf, die militante Gruppen nicht ausschließt.

Die 1961 geborene Autorin und studierte Architektin, die mit ihrem Erstlingsroman "Der Gott der kleinen Dinge" 1997 den britischen Booker-Preis gewann, ist radikal in den großen Dingen. Sie beteiligt sich an Protestaktionen gegen die Narmada-Staudämme und beschimpft den hindu-nationalistischen Regierungschef Narendra Modi des Bundesstaates Gujarat als "faschistischen Demokraten".

Nachdenklicher sprach Roy über "Kriege gegen Frauen - Frauen gegen Kriege". Sie schilderte die Gewalt gegen die muslimische Minderheit in Gujarat im März 2002, bei der bis zu 2000 Menschen getötet wurden. "Das waren organisierte, bewaffnete Banden." Muslimische Frauen seien vergewaltigt und lebendig verbrannt worden. Auch Frauen hätten sich an den Verbrechen beteiligt. "Das müssen wir angehen, wir können nicht immer nur andere beschuldigen." (epd)


Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 20.01.2004

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