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AKTUELL

von Ronnie Kalsi

body.city - Neue Perspektiven aus Indien

Berlin. Mit Mumbai/Bombay, Delhi, Bangalore und Kolkata/Kalkutta liegen in Indien nicht nur einige der größten Megalopolen der Welt, sondern auch kulturelle Zentren von immer weiter wachsender Bedeutung. Hier hat sich ein neuer Kosmos an Bildern, Klängen und Gesten entwickelt, der auch außerhalb Indiens an Präsenz gewinnt. Bollywood, Bhangra Beat und Asian Dub bestimmen zunehmend die globale Popkultur, daneben ist in den letzten Jahrzehnten in den „Stadtkörpern" Indiens eine neue Generation von herausragenden Künstlern und Intellektuellen herangewachsen. Sie formulieren in Antwort auf die immensen sozialen Umbrüche neue Perspektiven und übersetzen die klassischen Körperkünste und visuelle Kultur in zeitgenössische Ausdrucksformen.

Aus der Sicht prominenter indischer Kuratoren stellt das Haus der Kulturen der Welt vom 19. September bis 16. November 2003 mit seinem Programm body.city- Neue Perspektiven aus Indien Facetten dieses zukunftsorientierten, ebenso populären wie intellektuellen Indien vor - in Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerten, Konferenzen, Filmen, Lesungen und Jugendworkshops. body.city nimmt die urbanen Räume als Ausgangspunkte für die Beschäftigung mit dem heutigen Indien, denn sie spiegeln die komplexen Beziehungen zwischen Globalisierung, lokalen Traditionen und neu gestalteten Lebensräumen. Hier finden aktuelle Kunstproduktion, spirituelle Körpertechniken, Volkskunst und Handwerk, Kino und Pop ihren gemeinsamen Platz. body.city macht nachvollziehbar, wie sich politische und soziale Konflikte in den (Stadt-)Körper einschreiben und wie Künstler ihren Körper zum Medium der Reflexion gesellschaftlicher Verhältnisse machen.

Zwei große Ausstellungen mit dem gemeinsamen Fokus auf visuelle Kultur stehen im Zentrum von body.city. Zum einen subTerrain: artworks in the cityfold, eine Ausstellung zeitgenössischer indischer Kunst. Die kulturhistorisch ausgerichtete Schau Indian Populär Culture. ,Die Eroberung der Welt als Bild' ist dagegen der Entwicklung der Ikonografie in der indischen Alltagskultur gewidmet.

Im Spannungsraum zwischen indischen Mythen und Alltagsrealitäten zeigt das Theater- und Tanzprogramm Actors at Work Künstler, die einerseits die zum Teil Jahrtausende alten Techniken beherrschen, andererseits aber an aktuellen Themen arbeiten und neue Bühnenkonzepte erproben. Im Musikprogramm Rasalîla fallen westliche und indische, traditionelle und gegenwärtige Klänge zusammen. Premiere haben hier Kompositionen, die aus der Zusammenarbeit des Ensemble Modern mit herausragenden indischen Musikern und Komponisten entstanden sind.

Das außergewöhnliche Filmprogramm Selves made strange - Selbst Verfremdungen zeigt sowohl Bollywood-Produktionen als auch Dokumentar- und Art-House-Filme. Drei interdisziplinäre Konferenzen werden body.city in das Zentrum des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses rücken. Das Literaturprogramm Voices of Resistance stellt Autoren vor, die sich allgemeinen Globalisierungfragen ebenso stellen wie dem erstarkenden indischen Nationalismus. In der Workshopreihe Open Source India für Jugendliche geben an body.city beteiligte Künstler Einblick in ihre Arbeit.

body.city ist in enger Zusammenarbeit mit den indischen Kuratoren Jyotindra Jain, Anuradha Kapur, Geeta Kapur, Ravi Vasudevan, die zu den Leitfiguren einer Avantgarde indischer Kultur zählen, und - aus Deutschland - Sandeep Bhagwati entstanden.

Weitere Informationen zu der im Rahmen der Asia-Pazifik-Wochen eingebetteten Veranstaltung body.city unter www.hkw.de/de/...

Quelle: Presseinformation zur Pressekonferenz "body.city - Neue Perspektiven aus Indien" vom 10.09.2003

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