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RELIGION

von Sujal Ghosh

Durga Puja - zu Ehren der Göttin

Durga Puja zählt zu den wichtigsten hinduistischen Feierlichkeiten (in anderen Teilen auch Dusshera) im Jahr, vor allem bei den bengalischen Hindus. Wie in den verschiedensten Kulturen dieser Welt ist auch dieses Fest ein Symbol des Sieges von Gut über Böse.

Durga ist der Mythologie zufolge die Frau des Gottes Shiva und existiert in verschiedenen (gütig und furchtbar) göttlichen Formen. Zwei ihrer stärksten Formen sind Durga (Göttin der Vollkommenheit) und Kali (Göttin der Zerstörung). Eine andere Form von Durga ist auch Parvati. Die Familie des Gottes Shiva, Parvati, ihrer Söhne Ganesha und Kartikeya und ihrer Töchter Saraswati und Lakhshmi ist das perfekte Bespiel der Einheit der Familie und der Liebe. Die Verehrung, die ihnen allen in diesen Tagen zuteil wird, gilt auch als Ausdruck des Bittens, um den Schutz der eigenen Familie.

Die Legende

Einst lag der Dämon 'Mahisha' in der Gunst des Gottes Brahma. Brahma segnete ihn mit einem Zauber, daß weder Mensch noch Gott ihn jemals töten könnten. Der unbesiegbare Dämon begann mit seiner Schreckensherrschaft über die Welt. Unschuldige Menschen wurden niedergemetzelt; sogar die Götter konnten den Dämonen in Büffelgestalt nicht besiegen und verließen den Himmel. So gingen sie zu Shiva, der alle Götter aufforderte ihre Kräfte aus ihren Körpern herauszulassen. Die Kräfte (shaktis) der Götter erhoben sich in den weiblichen Gestalten und verschmolzen in einem grellen Licht und ein mehrarmige prachtvolle Göttin erhob sich daraus - Durga. Sie bewaffneten sie mit Waffen (Seil, Blitz, Diskus, Speer, Pfeil und Bogen, Axt, Streitkolben, Schild, Axt, Muschel und Dreizack). Gerüstet ritt Durga auf dem Rücken eines Löwen bis zum Gipfel eines Berges. 
Im Kampfe unterlag Mahisha nach einem Tritt, der immun gegen die Waffen der Göttin war, der Berührung mit ihrem Fuß. Durga spießte ihn mit ihrem Dreizack auf und bließ ihre Muschel des Sieges wegen.

Puja 

Wie wohl die meisten indischen Feste, folgen die Puja-Tage nicht dem Gregorianischen Kalender, sondern werden jährlich von Astrologen neu berechnet. Die (Vor)feierlichkeiten beginnen schon am Mahalaya - sechs Tage vor dem eigentlich Beginn - an denen die eigentliche Ankunft Durgas in Vorfreude erwartet wird - In Deutschland (und auch die eigentlichen Feierlichkeiten in Indien) beginnen erst sechs Tage später. Die Tage sind wie folgt benannt - Sasthi - Saptami - Asthami - Navami - Dashami:

In Deutschland feiert man, da es meist keine größeren Hindu-Tempels gibt (zumindest nicht für Göttin Durga) in öffentlichen gemieteten Gebäuden, wie z.B. Bürger- und Kulturzentren. Die Götterfigur wird dabei meistens aus Indien importiert. Die größten Pujas in Deutschland sind in Köln, Bremen, Frankfurt und Stuttgart; dabei sind Besucherzahlen von bis zu 500 täglich nicht unüblich und erreichen europäischen Rekord. Auch in anderen Städten wie Berlin und Hamburg feiert man im engeren Kreise...

Jedoch gilt wohl für alle Veranstaltungen, daß auch Nicht-Hindus und Nicht-Inder herzlichst willkommen sind und die Veranstalter sich gerade freuen den "Einheimischen" Deutschen hier, ihre bzw. unsere Kultur zu zeigen.
Gewöhnlich wird kein Eintritt verlangt, schließlich ist dieses Fest für alle gedacht und man will sich nicht kommerziell bereichern. Um die Kosten jedoch zu tragen werden gerne Spenden angenommen und gewöhnlich kann der lokale Kulturverein dadurch mehr oder weniger für die Kosten aufkommen.

Der Tagesablauf ist verschieden. Tagesspezifisch werden morgens und abends die Gebete und spezielle Zeremonien abgehalten, z.B. am ersten Tag die Enthüllung der Ma Durga und am letzten Tag das Farbenspiel. 
Mittags und abends gibt es selbstverständlich indisches Essen, in den Tagen - gibt es rein vegetarisches Essen, erst am letzen Abend gibt es dann auch Fleisch und Fisch.

Anders als Indien ist wohl das Kulturprogramm angelegt. Dieses variert äußerst stark in Angebot und Umfang. Ziel ist es an allen Tagen die Gäste mit ansprechender Unterhaltung und starkem Indienbezug die kulturelle Vielfalt in Tanz, Gesang und Poesie nahezubringen. Nicht selten übernimmt das quasi die zweite / unsere Generation, die auch abhängig vom Alter (z.B. Gedichte von den Jüngeren bis zu Bharatnatyam Tanz von den Älteren) ihr Talent den Zuschauern präsentieren. Auch werden öfters auch berufstätige Künstler in das Programm integriert und für die Kleinen gibt es auch öfters dann "Zaubereien" mit einem Magier...

Neben dem religiösen Charakter ist das Puja in Deutschland vor allem ein Treffpunkt um alle Bekannte / quasi die "Community" zu treffen, mit ihnen zu quatschen und zu lachen...

In diesem Sinne allen Hindus und auch Nicht-Hindus frohe und friedliche Puja Tage...

Exklusiv: der Pujaführer auf theInder.net - wo, wann in Deutschland?
 

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